Kritik an deinen Fotos, Selbstzweifel an deinem Können

Oft wird Ihnen empfohlen Ihre Fotos einer sogenannten Bildkritik zu unterwerfen. Dazu möchte ich kurz ein paar Gedanken loswerden und Ihnen meine Empfehlung mit auf den Weg geben.
Vergleichen Sie Bilder NICHT mit den paar wenigen WOW-Fotos die Sie zusehen bekommen! Wenigen gelingt so ein WOW-Bild geplant. Bilder mit einer für die meisten von uns nicht erreichbaren Orten oder Bilder mit sehr vielen Emotionen, wie Tiere oder Kinder sind für den Vergleich Ihrer eigenen Fotos meist ungeeignet. Was haben ein Panzer und ein Go-Kart gemeinsam? Es kann damit gefahren werden. Aber sonst sind die Zwei kaum vergleichbar. Fotos in Miami Beach mit Fotos aus Buxtehude kann man kaum vergleichen. Ja, die rein technische Umsetzung des jeweiligen Fotos vielleicht, aber nicht das Foto an sich.

Sich seine eigenen Fotos von anderen begutachten zu lassen, ist vom Prinzip her kein Fehler. Aber lassen Sie sich davon nicht zu sehr beirren, denn die meisten Beurteilungen sind nicht wirklich objektiv genug um hilfreich zu sein. Hier wird zu oft nur der Geschmack des Kritikers in den Vordergrund gerückt oder das Ergebnis wird mit den Möglichkeiten verglichen die der Beurteiler, mit SEINER eigenen Kamera-Objektiv-Kombi, hätte machen können. Jemand der ein überzeugter MFT-Kamera Benutzer ist, beurteilt Ihre Umsetzung bezüglich der Schärfentiefe, wenn Sie z.B. mit Vollformat fotografiert haben, oft subjektiv als ungeeignet oder sagt der Fokus sitzt falsch.
Jedes Format hat seine speziellen Eigenschaften und deshalb sind Fotos verschiedener Sensorformate nicht direkt vergleichbar, was eine objektive Beurteilung teils ins wanken bringen kann.
Was ist aber eine gute Bildkritik? Was ich oft lese, Bildkritiker auf YouTube wollen die Kamera/Objektiv-Daten wissen. Warum, frage ich mich? Ein Foto bewerten wie es ist, nicht wie es hätte sein können, ist doch der Sinn der Bildkritik, oder? Denn je mehr Daten ich habe, umso leichter finde ich auch einen Fehler. „Die Blende wäre doch, bei dem Abstand, mit der Kamera, … doch anders, besser gewesen”, solche Aussagen folgen dann regelmäßig. Wenn jemand diese Daten fordert würde ich wenig auf seine Meinung geben. Eine kurze Meinung zum eigentlichen Foto und (wenn zutreffend) ein paar Worte zu Verbesserungsvorschlägen, sehe ich eher als sinnvoll an.

Und was ich am wenigsten hilfreich finde; Das Gehabe bei manchen Kritikern, das Foto ist da oder da aufgenommen worden. Ja, wo der YouTube’ler schon überall gewesen ist, und wie gut er sich auskennt! Jemand der sich so gut auskennt – in der Welt – ist bestimmt gut geeignet mein Foto richtig zu bewerten. NEIN, ist er nicht ! Denn diese Selbstdarstellung nimmt Ihnen die Möglichkeit unvoreingenommen Ihre persönliche und sachliche Meinung über die abgegebene Bildkritik zu bilden, und gehört deshalb nicht zu einer Bildkritik. Diese sollte sachlich und objektiv sein und sich nur um das Foto selber drehen. Die meisten von Ihnen, die dort ihre Bilder hochgeladen haben, werden ja wohl angegeben haben, wo das Foto aufgenommen worden ist.
Oft wird bei einem eigentlich guten Foto direkt ein Fehler gesucht. Es ist dann so, dass irgend ein Kommentar kommt, wie dass es  besser gewesen wäre, sich an die „Standard Regeln“ zu halten, dann wäre das Foto ggf. fast perfekt geworden. Nein! Diese sogenannte Regeln der Fotografie sind Hilfsmittel, man kann, muss sie aber nicht in jeden Fall anwenden. Ein Foto kann auch beim Abweichen dieser sogenannten Regeln gut wirken (sehr gut sein).

Ob ein Foto gut ist oder nicht liegt ja meist zum einen im Auge des Betrachters. Denn jeder hat ein anderes Empfinden, einen anderen Geschmack, jedem einzelnen sind andere Dinge wichtig! Zum anderen aus der rein technischen Umsetzung. Daraus entsteht dann eine Beurteilung, fertig! Nicht mehr und nicht weniger. Freunde werden Ihre Bilder eher positiv bewerten als jemand der Sie nicht kennt.

Ob diese Bewertungen, letztlich für Sie und Ihrem „besser werden“, hilfreich sind oder nicht müssen Sie hinterher eh wieder selber entscheiden. Bei zu viel negativer Kritik kann es aber passieren, das Sie die Lust auf dieses schöne Hobby verlieren.

Klar es gibt auch Fotos, die man eigentlich sofort in die Tonne kloppen sollte, das sehen Sie aber auch, wenn Sie einfach mal Fotos anderer Fotografen mit ähnlichen Motiven mit Ihren eigenen vergleichen und Sie dabei feststellen, dass Ihnen die anderen deutlich besser gefallen. Überlegen Sie einfach mal was Ihnen daran besser gefällt und versuchen Sie diese Erkenntnisse in Ihren zukünftigen Fotografien zu berücksichtigen, sicher hilft Ihnen das mehr.

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